2. Konzert: Bonn, Harmonie

TAB TWO: Joo Kraus as seen by Hellmut Hattler (2012).
Foto: Joo Kraus as seen by Hellmut Hattler.

Es war killermässig! Eine Stunde standen wir dann noch am CD-Stand, wieder überglückliche Gesichter und Sprüche wie Die Welt ist besser mit Tab Two. Mann Mann Mann… Knackevoll war’s auch. – Joo.

Die Harmonie war mit gut 450 Leuten richtig gepackt und es war seeeeeeehr heiss. Ich liebe diesen Club, denn der Sound auf der Bühne ist einer der besten. Und die Bonner (oder der Rheinländer) als solcher ist vom ersten Ton an positiv eingestimmt, was dem Konzertverlauf unglaublich gut tut. Wir zwei Musikanten mussten also nur noch losgehen, der Weg war bereitet und wir kamen richtig weit – es war ein wirklich toller Gig!

Ich musste in Bonn auch nur noch einmal ein Rührungstränchen verkneifen, denn so langsam glaube ich wohl daran, dass wir zwei wieder zusammen auf der Bühne stehen. Nach dem Konzert hab ich mindestens eine Stunde Unterschriften geleistet, bevor ich mich netten Menschen und netten Gesprächen zuwenden konnte… – Hellmut.

Die Crew meint dazu: Beste Performance von Joo und Hellmut bis jetzt. (Jürgen Schlachter). Bonn war richtig toll. Toller Club, tolle Technik, tolle Leute. Gestern sah es mal richtig gut aus – so wie ich’s mir vorgestellt hab :) This Beat Goes Boom als allerletzter Rausschmeißer ist genau richtig. (Jürgen Menzel)

TAB TWO in Köln, Saturn
Am Nachmittag gab’s erst noch einen kleinen Abstecher zu Saturn in Köln.

Konzertbericht: Peter Schwöbel, Photographenwerk, Köln

…Zzzipp! – So klang es lange den Fans von Tab Two im Ohr, als im Jahr 2000 mit dem gleichnamigen Live-Album nicht nur ein weiterer Höhepunkt der Bandgeschichte in den CD-Playern lag, sondern auch das Ende dieses ungewöhnlichen Duos eingeläutet wurde. Und nun ist es wieder da, das …Zzzipp, die Drum Machines und Loops, die karge Bühnenausstattung und ein Musikexperiment der 90er Jahre, das viele damalige Rezensenten überfordert hat, aber für viele Fans genau die Mischung geliefert hat, die Kopf und Beine gleichermaßen auf so eigene Weise angesprochen hat.

Und wenn nun Hellmut Hattler und Joo Kraus – beide erklärte Meister auf Ihren Instrumenten Bass und Trompete – auf die Bühne der Bonner Harmonie treten, 13 Jahre nach Ihrem letzten gemeinsamen Live-Konzert, ist die Frage, ob sich da mal wieder eine Truppe zusammengerauft hat, um noch ein paar Euros aus den alten Zeiten zu wringen, oder ob es wirklich um Musik geht, ganz schnell beantwortet: Tab Two wollen wieder Musik machen und das Publikum will Tab Two hören! Leuchtende Augen, müde Tanzbeine und durchgeschwitzte T-Shirts waren die Zeugen nach zwei Stunden zündender Live-Performance.

Die Fans von früher wurden in wenigen Sekunden zurückgeholt zu den Parties der 90er, in denen die über 700 Konzerte von Tab Two viel mehr als ein Geheimtipp waren, aber eben noch keine abgedroschene Massenbespaßung. Und der ein oder andere neue Fan staunte nicht schlecht über die beiden Herren, die sich und anderen offensichtlich mehr als genügen.

Und was sich 2012 zeigt: Tab Two war ein visionäres Projekt. Anders ist es nicht zu erklären, dass die Musik, diese ganz eigene Mischung aus Hip Hop und Jazz, wie frisch geschrieben und für unsere Zeit gemacht scheint. Längst ist der Mensch-Maschinen-Mix auch live hoffähig, auch in der Jazz-Szene wird inzwischen nach Herzenslust mit Effekten und Loops experimentiert. Und so kommt es, dass Tab Two kein melancholisches Veteranentreffen organisiert hat, sondern endlich wieder frischen Wind auf deutsche Bühnen bringt!

Nachtrag: Ich hätte auch einfach schreiben können Oberhammer-Groß-Kino.

Konzertbericht: Florian Jung, Funky Films, Köln

Guter Wein wird manchmal über Jahre gelagert. Dort reift er, und auch wenn ihn keiner zu Gesicht bekommt, arbeitet er weiter. Der Genuss kommt dann, wenn man ihn trinkt. So ungefähr war es auch am vergangenen Samstag in der Bonner Harmonie.

Die Temperaturen lagen kurz vor dem Siedepunkt – daran war zum einen das sommerliche Wetter schuld, zum anderen aber TAB TWO. 13 Jahre lang traten sie nicht mehr auf, waren verschwunden. Und dann auf einmal stehen Joo Kraus und Hellmut Hattler wieder auf der Bühne. Mit den treibenden Rhythmen aus der Maschine, den klaren Trompetentönen Kraus’ und den vollen Basssounds Hattlers ist es fast, als wären sie nie weg gewesen. Nicht der Hauch von Unsicherheit oder Neu-Kennenlernen – das Publikum in der ausverkauften Harmonie war begeistert.

Und so wie das Publikum ab den ersten Klängen von No Flagman Ahead, Get Rid oder The Patient abging, trug es auch Hattler und Kraus hinweg. Hattler nach einer Stunde: Wer hätte das gedacht nach 13 Jahren, ob das noch geht. Aber es geht noch! Der ureigene TAB TWO Sound war da als wäre er nie weg gewesen, aber die beiden Musiker spielten auch einige rein instrumentale Nummern. Zusammen mit den Videoinstallationen (Jürgen Menzel) und dem gewohnt guten Sound in der Harmonie (Daniel Stämmler) war es ein Konzert, das es tatsächlich schaffte, die Erwartungen noch zu übertreffen.

Es bleibt bei vielen die Hoffnung, dass es nach den geplanten 10 Konzerten – mehr sind es nicht – vielleicht doch noch nicht vorbei ist.

6 comments

  1. Pingback: They are the Tab Two, don’t you know they love you. | just another weblog :: Christian Fischer – fine bloggin' since 2001

  2. Marina

    Ohne Frage, was für ein Abend! Das Mitgehen und der Spaß, den wir (das Publikum) hatten, war die Reaktion auf das, was da auf der Bühne passiert ist! Danke!

  3. Florian Jung

    Leute, das war ein absolut großartiges Konzert!! 13 Jahre nach dem Gig, den ich in Heidelberg gesehen habe nun in der HARMONIE.

    Es war ein Fest für die Augen und der wohlige Gedanke – angesichts des vollen Ladens – das auch heute noch gute Musik eine Chance hat die Aufmerksamkeit zu bekommen, die sie verdient hat!

  4. kdjazz;-)))

    Nachdem ich mir gestern “Live at the Roxy” runtergeladen und seither x-fach gehört habe, ahne ich, was für ein geiles Konzert ich in Bonn verpasst habe. Zum Glück habe ich noch alle CDs von Tab Two zuhause und kann die tolle, zeitlose Musik der phantastischen Zwei immer wieder genießen. Alles Gute, Hell und Joo!

  5. Pingback: Eine kleine Zwischenbilanz | TAB TWO

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